Globalisierung im Klassenzimmer

Albert Schmelzer

Abstract


Zusammenfassung. Der fortschreitende Prozess der Globalisierung, verbunden mit wachsenden Migrationsströmen, stellt die Pädagogik vor die Herausforderung des Umgangs mit kultureller und sozialer Heterogenität. Gerade in Deutschland ist diese Herausforderung bisher nicht bewältigt worden: Immer noch existiert eine deutliche Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund.
Vor dieser Folie wird als schulische Alternative das Konzept der Interkulturellen Waldorfschule Mannheim-Neckarstadt vorgestellt. Grundanliegen dieser Schule ist es, soziale und kulturelle Heterogenität nicht als Defizit zu betrachten, sondern als Chance für die Bildung einer reichen, differenzierten, begegnungsoffenen Identität.
Dabei spielen folgende Strukturen und Motive eine wesentliche Rolle:
  • eine adäquate Mischung der Klassen mit etwa 50% deutschen Kindern und 50% Kindern mit Migrationshintergrund , welche das auch informelle Lernen der deutschen Sprache unterstützt
  • ein internationales Lehrerkollegium
  • Lernen ohne Angst durch Verzicht auf Sitzenbleiben und Notengebung
  • die Einrichtung einer Klassenlehrerin/eines Klassenlehrers als verlässliche Bezugsperson
  • die Struktur einer verlässlichen Ganztagsschule
  • die Einrichtung des Fachs Begegnungssprache
  • das Anstreben interkultureller Kompetenz
Eine wissenschaftliche Evaluation der Schule zeigte, dass mit diesem Konzept eine erfolgreiche sprachliche Integration der Kinder mit Migrationshintergrund, eine Förderung des Sozialklimas sowie eine hohe Elternzufriedenheit erreicht werden konnte.

Schlüsselwörter: Heterogenität, Interkulturelle Pädagogik, Waldorfpädagogik, Sprachförderung, interkulturelle Kompetenz

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