Bewegung und Naturerleben - die machtvollen Entwicklungsförderer

Richard Landl

Abstract


Eine Einleitung soll anhand verschiedener Studien verdeutlichen, wie Kinder und Jugendliche durch die heutigen Lebensbedingungen im westlichen Kulturbereich wesentlich veränderte Voraussetzungen beim Schuleintritt mitbringen. Besonders zeigt sich das in eingeschränkter Fein- und Grobmotorik und an deutlich reduzierter Kenntnis und Vertrautheit mit der Vielfalt der umgebenden Welt insbesondere der Natur als Lebensgrundlage. Darauf aufbauend werden die Konsequenzen für eine ganzheitliche Entwicklung der Kinder aufgezeigt. Sowohl Ergebnisse der Hirnphysiologie als auch stärker verhaltensbezogene Studien machen deutlich, wie die Folgen die kognitive Entwicklung ebenso betreffen wie die Ausformung von Persönlichkeitsmerkmalen (wie Selbstsicherheit, Resilienz) und auch die sozialen Fähigkeiten (wie Aufgeschlossenheit nach außen und Interesse am anderen). Erste Ergebnisse deuten sogar darauf hin, dass ethisch-moralische Qualitäten in einem Zusammenhang zum Naturerleben stehen können. In einem dritten Schritt sollen diese Resultate aus Sicht der anthropologischen Grundlagen der Waldorfpädagogik angeschaut werden. Daraus ergeben sich erweiterte Möglichkeiten für das Erkennen von Zusammenhängen zwischen Bewegung und Naturverbundenheit einerseits und ganzheitlicher Entwicklung andererseits. In der Waldorfpädagogik bewährte Ansätze bekommen dadurch eine verstärkte Bedeutung und können aus dem vorangehenden Kontext gesehen, eine neue Legitimation erhalten.

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