Kindheit im Sog der Beschleunigung

Rainer Patzlaff

Abstract


Kinder so zu stärken, dass sie ihren künftigen Aufgaben in einer rasant sich wandelnden Welt gewachsen sind, ist eine notwendige und anerkannte Aufgabe. Die mit diesem Anspruch begonnene Umgestaltung traditioneller Bildungs- und Erziehungsformen, die seit PISA mit großem Aufwand vorangetrieben wurde, dient jedoch in weiten Teilen nicht der Anpassung der Pädagogik an die Notwendigkeiten kindlicher Entwicklung, sondern der Anpassung der Kinder an wirtschaftliche Notwendigkeiten. Wirtschaftliche Denkmuster dominieren unreflektiert die Pädagogik, verbunden mit einem ebenso unreflektierten Trend zur frühkindlichen Intellektualisierung. Beide zusammen – so zeigt sich in jüngster Zeit immer deutlicher – führen in die Sackgasse einer krankmachenden Pädagogik. Die gegenwärtige Situation ruft danach, mit Unterstützung moderner Wissenschaftszweige wie Hirnforschung, Bindungsforschung, Salutogenetik, Babyforschung und vieler anderer eine auf Nachhaltigkeit angelegte Kindheitspädagogik zu begründen, die, frei von äußeren Zielvorgaben, am Menschen selbst abgelesene Gesetzmäßigkeiten einer lebensgerechten, auf Metamorphosen basierenden Entwicklungsdynamik erforscht und pädagogisch fruchtbar macht.

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