Meditation – Untersuchungsgegenstand, Forschungsmittel und Entwicklungsweg

Johannes Wagemann

Abstract


Zusammenfassung. Eingangs wird die heutige Popularität von Meditation angesprochen und ein Überblick zum aktuellen Stand der Meditationsforschung gegeben. Die radikalen Unterschiede normalen und meditativen Bewusstseins provozieren die Frage, ob sich die Begründungsperspektiven und Realitätsansprüche moderner Wissenschaft und praktizierter Meditation nur unvermittelt gegenüber stehen können oder ob sie in einen strukturtheoretischen Zusammenhang zu bringen sind. Dazu wird zunächst untersucht, inwieweit sich meditatives Erleben mit Hilfe qualitativer und traditionsübergreifender Dimensionen systematisch beschreiben lässt. Wenngleich im Spannungsfeld von „Meditationstiefe“ und „Aktionsform“ bereits differenzierte und dynamische Darstellungen von Meditationsprozessen möglich werden, sind im Hinblick auf die gestellte Frage grundsätzliche methodische Erweiterungen vorzunehmen. Überlegungen zur Kommunizierbarkeit und strukturellen Konzeption meditativen Erlebens eröffnen die Perspektive einer intrinsisch erweiterten Meditationsforschung, die hier nach (struktur-) phänomenologischen Gesichtspunkten entwickelt wird. Die integrative Konzeptualisierung zweier typischer Aktionsformen (focused attention, open monitoring) führt zur Etablierung einer dritten Beschreibungsdimension: Der Semantik meditativen Erlebens vor dem Hintergrund anthropologischer Bedingungskomplexe. Hiervon ausgehend kann eine genetische Relation zwischen normalem und meditativem Bewusstseins aufgezeigt werden. Zum Abschluss wird ein Ausblick auf meditative Aspekte professioneller Kompetenzentwicklung am Beispiel von Schulunterricht gegeben.

Schlüsselwörter: Rationale/transrationale Begründungsansätze, Dimensionen meditativen Erlebens, Aktivitätsformen, deiktische Kommunikation, Pragmatik/Semantik, Grundstruktur meditativen Erlebens, anthropologische Interpretation, Feinstruktur von Unterrichtsprozessen.

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